Leistungsfach Biologie verlegt Unterricht in den Spitalwald

Grundstein für schuleigenen Lernwald gelegt

Revierleiter Hans-Peter Scheifele erläutert waldbauliche Maßnahmen

Der Wald ist im Wandel. Was für viele Regionen Deutschlands und der Welt gilt, gilt auch für den Main-Tauber-Kreis. Diesen Wandel und seine Hintergründe zu begreifen war das Ziel des Exkursionstages „Waldökosysteme im (Klima)-Wandel“ des Leistungsfaches Biologie am Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim.

Ausgangspunkt des Exkursionstages war der oberhalb von Althausen gelegene Spitalwald der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes. In einem ca. 30-jährigen Bestand wurde in einem stark praxisorientierten Vormittagsprogramm anhand offizieller Baumarteneignungstabellen herausgearbeitet, welche Baumarten durch waldbauliche Maßnahmen zu fördern sind und welche durch den Klimawandel in unserer Region eher benachteiligt sein werden. Unter Aufsicht von Revierleiter Hans-Peter-Scheifele und Biologielehrer Sebastian Frick vom DOG wurden anschließend die entsprechenden Bäume bestimmt und markiert. Die darauf folgende, eigenständige Fällung der entsprechenden Bäume stellte die Oberstufenschüler des DOG vor ganz neue Herausforderungen - welche jedoch sehr gut gemeistert wurden.

Fremdländische Baumarten, Schädlingsproblematik in Monokulturen, Wirtschaftlichkeit und die Entnahme von Bodenproben standen am Nachmittag auf dem Programm. Die Oberstufenschüler konnten sich anhand verschiedener Waldbilder innerhalb des Spitalwaldes ein eigenes Bild zu diesen Themen machen. Daran anknüpfend boten sich immer wieder Gelegenheiten zur kritischen Diskussion mit dem Fachmann.

Darüber hinaus nutzten die Schülerinnen und Schüler auch die Chance und erkundigten sich über das Studium der Forstwirtschaft und das Aufgabenspektrum im Beruf des Revierleiters. Insgesamt erlebte das Leistungsfach Biologie einen hochinteressanten, praxisorientierten und informativen Tag.

Unter anderem vor dem Hintergrund der kürzlich bekannt gegebenen Aufnahme des DOG in den Kreis der Anwärter auf den Titel UNESCO-SCHULE wurde durch den Exkursionstag auch der Grundstein für ein längerfristiges Engagement des DOG in besagtem Waldstück im Spitalwald gelegt. Die Schule und insbesondere der Fachbereich Biologie kann  das besagte Waldstück  künftig als schuleigenen Lernwald regelmäßig aufsuchen, nutzen und in den Unterricht integrieren. Jahrgangsübergreifend bietet sich hier die Möglichkeit, die Themenbereiche Waldökologie, Nachhaltigkeit, Biodiversität und Klimawandel mit maximalem Praxisbezug im eigenen Lernwald zu behandeln. Selbstredend kann und soll der Lernwald des DOG auch von allen anderen Fachbereichen der Schule jederzeit für Unterrichtsprojekte genutzt werden.
Schülerinnen des Leistungsfaches Biologie beim Markieren eines Baumes