Leni reißt die Juroren
von den Sitzen

Leni Markert, Schülerin am Bad Mergentheimer Deutschorden-Gymnasium, ist Siegerin des Vorlesewettbewerbs für den südlichen Landkreis. Die Jury kürte sie für ihre Leistung einstimmig.

Selten waren sich die Juroren des Vorlesewettbewerbs so einig: Unter den insgesamt neun Wettbewerbsteilnehmern für den Bereich Main-Tauber Süd, stach Leni Markert förmlich heraus – und ging am Ende als unangefochtene Siegerin hervor.

Als Video aufgezeichnet

Dabei waren die Ausgestaltung des Wettbewerbs und die Entscheidungsfindung an sich gar nicht so einfach. Bedingt durch die Pandemie und die Hygieneanforderungen wurde auf eine Live-Präsentation im Bad Mergentheimer Kulturforum verzichtet.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zeichneten ihre jeweilige Vorlese-Geschichte als Video auf. Die Videos wurden wiederum auf eine Online-Plattform hochgeladen. Dort konnte die Jury die Filme anschauen und wie üblich nach einem vorgegebenen, detaillierten Raster bewerten. Stimmen Lesezeit, Aussprache und Betonung? Werden Interpunktionen korrekt beachtet? Ist das Lesetempo dem vorgetragenen Text angemessen? Wie wird die Stimme eingesetzt? Und schließlich: Ist der Vorlesende wirklich am und im Text oder wird nur abgelesen?

Ins Rennen gingen die jeweiligen Schulsieger „Süd“. Die hatten bereits in der Vorrunde an ihrer Schule überzeugt und können damit allesamt als gute Vorleser gelten. Mit dabei waren Schüler verschiedener Schularten aus Boxberg, Bad Mergentheim, Weikersheim, Niederstetten und Creglingen.

Die gezeigten Leistungen lagen insgesamt dicht beieinander. Ungefähr ein Drittel der Schüler bildete die Spitze.

 

Ganz genau hinhören

Bei den Live-Wettbewerben der vergangenen Jahre zeigte das Lesen eines Fremdtextes, auf den sich die Schüler nicht vorbereiten konnten, wer spontan gut mit einem unbekannten Text umgehen kann. Oft trennte sich hier erst die Spreu vom Weizen. Weil dies aber heuer nicht möglich war, mussten die Juroren beim vorbereiteten Text ganz genau hinhören. Von „Käpt’n Blaubär“ über „Ostwind“ bis hin zu „Harry Potter“ reichten die Literatur-Abschnitte – Lieblingstexte der Wettbewerbsteilnehmer.

Das insgesamt starke Hauptfeld konnte aber Leni Markert vom „DOG“ nicht einholen. Sie hinterließ einen hervorragenden Gesamteindruck. „Das war die beste Vorleserin seit Jahren“, hieß es von einem Jury-Mitglied.

Flüssig, authentisch, mit feiner, aber deutlicher Modulation – bei einem extrem hohen Textverständnis und einer freien An- und Abmoderation; da hielt es einige der Juroren nicht mehr auf dem Stuhl.

Einzig bei der Lese-Zeit hatte Leni etwas überzogen. Die genau einzuhalten gibt die Jury ihr als dringenden Auftrag für die nächste Wettbewerbsrunde mit. In der Gesamtschau war die Schülerin aber konkurrenzlos gut und wird die „Süd“-Region des Landkreises Main-Tauber beim Landesentscheid sicher würdig vertreten.

 

Mit freundlicher Erlaubnis der Fränkischen Nachrichten (01.03.2021)
Verfasser: Michael Weber-Schwarz