Die Meister über Wort und Ort
An einem unschuldigen Mittwochvormittag verlassen acht interessante Gestalten das Gebäude des Deutschorden-Gymnasiums und setzen sich in einen gut ausgebauten 9-Sitzer. Ein Sitz bleibt frei. Dieser ist für die Aufregung aber auch die Vorfreude reserviert. Denn diese Emotionen sind in dem Gefährt allgegenwärtig. Es wird sich nett unterhalten, viel gelacht und die Debattanten treffen letzte Vorbereitungen.

Fenja Petschauer (Zeitnehmerin), Lenya Olschewsky (Altersgruppe 1), Alice Ghidelli (AG 2), Andreas Baier (AG 2), Jorit Gellhaar (Juror), Anna Schmitt (Jurorin), Jonas Kreft (AG 1)
Ziel des Ausflugs ist die „Maximilian-Lutz-Realschule“ in Besigheim, in einem ähnlich brutalistischen Stil erbaut wie das DOG, weshalb sich unsere Schüler auf Anhieb heimisch fühlen. Ein Lichtblick: Die 10er organisieren einen Kuchenverkauf, welcher von den Reisenden später gerne in Anspruch genommen wird.
Eröffnet wird die Veranstaltung durch den Regionalkoordinator Felix Wolf, der in seiner Eröffnungsrede die rege Teilnahme und Motivation der Wettstreitenden hervorhebt.
Um 14.45 Uhr beginnen die Debatten. Andreas Baier (Kl. 11) und Alice Ghidelli (Kl. 12) debattieren in der Altersklasse II darüber, ob bei jedem Arztbesuch eine Kontaktgebühr erhoben werden soll. Die Jury lobt die „echt gute Debatte“. Dem kann ich als stiller Beobachter nur zustimmen.

Felix Wolf (Regionalkoordinator) mit dem Schulleiter der Ausrichtungsschule
Derweil beschäftigen sich die Kontrahenten in Altersklasse I mit der Frage, ob ein kostenloses WLAN auf öffentlichen Plätzen eingeführt werden soll. Hier vertreten Jonas Kreft und Lenya Olschewsky (jeweils Kl. 9) ehrwürdig unsere Schule. Die Debatte sei wohl etwas träge gewesen, aber die Gegner wurden trotzdem klar dominiert. Das Jury-Feedback fiel ebenfalls gut aus.
Der Wettbewerb „Jugend debattiert“ ist in vier Stufen gegliedert. Zuerst der Schulentscheid, hierauf Regionalwettbewerb mit Finalrunde, darauf Landes- und schlussendlich Bundeswettbewerb. Die Kandidaten haben also noch einen weiten Weg vor sich, vorausgesetzt, sie schaffen heute die erste Hürde, den Regionalentscheid.
Nach 20 Minuten Pause wird es Zeit für die Rückrunde, in der sich Altersklasse II mit der Fragestellung „Soll es eine staatliche Finanzierung von Lokalzeitungen geben?“ auseinandersetzt. Auch hier traten die guten Leistungen unserer Debattanten zum Vorschein. Zum einen Baiers überaus gute Ausdrucksweise, als auch Ghidellis ruhige und souveräne Art, so die Juroren.
Währenddessen streitet man in Altersklasse I darüber, ob für Privatgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden soll. Hierbei konnten Lenya und Jonas ihre Stärken besonders zum Ausdruck bringen.
Fenja Petschauer (Kl. 9), die als Zeitwächterin fungiert, bescheinigt den Wettkampfteilnehmern viel Potential und äußert den Wunsch, dass dem Debattieren im Unterricht noch mehr Raum geboten werden solle.
Hierfür bietet sich vor allem die Debattier-AG des DOG an. Diese findet alle paar Wochen samstagvormittags statt und erlaubt den Schülern einen besonders praxisnahen Zugang zum Konzept von Jugend debattiert.
Nun der große Moment: Die Preisverleihung. Nach einer kurzen Abschlussrede durch den Regionalkoordinator werden die Ergebnisse präsentiert.
Jonas Kreft und Lenya Olschewsky erhalten eine Teilnehmerurkunde. Kreft ergattert den 5. Platz in Altersklasse I. Einen besonderen Erfolg erringt Andreas Baier, der sich aufgrund seiner hervorragenden Leistungen für den Finalentscheid am Freitag qualifiziert hat.
Verfasser: Moritz Hoffmeyer (Klasse 11)
