„When a man is tired of London, he is tired of life“

Sprachreise der neunten Klassen nach England

Nach mehreren Jahren erzwungener Pause mit Auflagen für Klassenfahrten und Beschränkungen bei Auslandsaufenthalten konnte es endlich wieder losgehen! In der zweiten Juliwoche brachen gut 50 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Frau Gebhardt und Frau Grund, Frau Suck und Herrn Warzecha zur traditionellen Sprachreise nach England auf. Doch welche Eindrücke würde sie bringen? Und welche Erfahrungen sollten wir alle während der kommenden Tage machen?
Vorfreude auf der einen und gespannte Unruhe auf der anderen Seite dürften sich wohl bei den meisten die Waage gehalten haben – spätestens auf der Überfahrt über den Ärmelkanal, als die Kreidefelsen von Dover immer deutlicher am Horizont erschienen und das Ziel unserer Reise nach der langen Busfahrt endlich näher kam: Whitstable und Herne Bay, zwei benachbarte Küstenstädte im Norden der Grafschaft Kent. Hier sollten die Jugendlichen Gelegenheit haben, beim Aufenthalt in ihren Gastfamilien nicht nur Land und Leute aus eigener Anschauung kennen zu lernen, sondern auch einen bleibenden Eindruck vom British way of life zu gewinnen.

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft in England führte der Weg uns aber nach London, in die pulsierende Metropole an den Ufern der Themse. Von ihr konnte der englische Schriftsteller Samuel Johnson bereits im 18. Jahrhundert behaupten: „When a man is tired of London, he is tired of life.“ Und so mussten natürlich auch wir der Faszination dieser Weltstadt erliegen – sei es an Bord der Cutty Sark, die noch immer Zeugnis von der stolzen Tradition des britischen Seehandels ablegt, oder bei einer Flussfahrt auf der Themse, die einen unvergleichlichen Blick auf das facettenreiche Stadtbild Londons bot – von den Werftanlagen der Docklands bis zu den Prachtbauten Westminsters.

Und nebenbei schien sich nun auch ein häufig bedientes Klischee zu bewahrheiten: Denn obwohl wir in Greenwich bei strahlendem Sonnenschein abgelegt hatten, wurden wir auf halber Strecke von einem Regenschauer überrascht! Doch immerhin: Der Regen sollte nur ein kurzes Intermezzo bleiben und klang bereits wieder ab, als wir zum Glockenschlag von Big Ben am Westminster Pier anlegten, um nahe dem Parlamentsgebäude an Land gehen zu können. Von hier aus ließ sich die Stadt problemlos zu Fuß erkunden, wobei so berühmte Sehenswürdigkeiten wie Westminster Abbey, Buckingham Palace oder Trafalgar Square auf unserer Route natürlich nicht fehlen durften.
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Deutlich ruhiger als in London – zumal im abendlichen Berufsverkehr in der Underground – ging es am folgenden Tag im Südosten des Landes zu: So bot der Vormittag zunächst Gelegenheit, das beschauliche Whitstable etwas näher kennen zu lernen und die bisher gewonnenen Eindrücke am Strand und seiner malerischen Promenade wirken zu lassen; und auch den Nachmittag verbrachten wir in der Nähe, nämlich in Canterbury.

Die historischen Bauten und Plätze der mittelalterlichen Bischofsstadt vermochten uns sofort in ihren Bann zu ziehen, und dies besonders während unserer Stadtführung, die ebenso kurzweilig wie informativ die wechselvolle englische Geschichte vor unseren Augen präsent werden ließ – von den Eroberungen der Römer und Normannen über die folgenreiche Kirchenpolitik der Tudors bis hin zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.

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Nach diesen Eindrücken aus Canterbury und aus dem ländlich geprägten Südosten der Insel führte der Weg uns am Donnerstag zurück nach London, in die facettenreiche Weltstadt mit ihren unzählbaren Angeboten: Ziel dieses Vormittags war eines der unumstrittenen Highlights der Stadt, das zu den unverzichtbaren Fotomotiven aller Reisenden gehört: die Tower Bridge. Doch nicht nur die Brücke an sich wusste auch uns zu beeindrucken; von den Verbindungsgängen ihrer Türme aus bot sich in schwindelnder Höhe ein spektakulärer Blick auf die Skyline der City of London, deren markante Hochhausbauten an diesem Tag mit den bewegten Wolken am Himmel die spannungsreiche Kulisse für den geschichtsträchtigen Tower am Ufer der Themse bildeten.

Und auch die imposante Kuppel der Saint Paul’s Cathedral war in der Ferne schon zu sehen; ihre prächtige Architektur konnten wir später noch aus unmittelbarer Nähe bestaunen, bevor am Nachmittag für alle die Gelegenheit bestand, sich von den jeweils eigenen Interessen leiten zu lassen: Während die einen dann im British Museum den Dialog mit fremden Kulturen suchten und von der monumentalen Präsenz ägyptischer Kolossalstatuen oder der unvergänglichen Meisterschaft griechischer Bildhauerkunst und Vasenmalerei gebannt wurden, ließen die anderen sich von den Einkaufsmöglichkeiten auf der Oxford Street locken oder flanierten über die Straßen und Plätze von Covent Garden.

Nach diesen erlebnisreichen Tagen hieß es am Freitag wieder Abschied nehmen. Und neben den üblichen Souvenirs hatten zweifellos alle auch eine Vielzahl unvergesslicher Erinnerungen im Gepäck. Doch spätestens auf unserer Rückfahrt nach Calais, als die weißen Klippen von Dover am Horizont allmählich verblassten und damit sinnbildhaft für unseren Abschied von England und für das Ende der Sprachreise stehen konnten, haben gewiss auch einige mit leiser Wehmut auf die Erlebnisse und Eindrücke der letzten Tage zurückgeschaut – und das ganz unabhängig davon, ob sie zum ersten Mal in Großbritannien und seiner aufregenden Hauptstadt waren oder die Insel schon von früheren Besuchen kannten. Denn einmal mehr hat sich gezeigt: „When a man is tired of London (and the abundant impressions he’s able to gain in Britain as well), he is tired of life.“

Text und Bilder: Markus Warzecha

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