An den Grenzen des Imperium Romanum

Latein-Exkursion der 8. Klassen ins Römermuseum Osterburken

„Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt…“  Die meisten werden diese Sätze sofort mit den Asterix-Bänden von René Goscinny und Albert Uderzo in Verbindung bringen. Und jeder Lateinschüler erinnert sich wohl unweigerlich an die Worte Caesars, die dem französischen Comic-Autor als Inspiration gedient haben dürften: Gallia est omnis divisa… Mag der traditionelle Beginn aller Asterix-Abenteuer auch etwas pauschal sein – dem kleinen Helden und seinen Freunden sei Dank –, so wäre er für die Nachbarn der Gallier im Osten ein formidables Beispiel von Geschichtsklitterung: Die Bemühungen der Römer, den eigenen Machtbereich bis an die Elbe auszudehnen, waren letztlich zum Scheitern verurteilt und die Furcht vor dem furor Teutonicus, dem Rasen der Teutonen, hatte sich über Jahrhunderte tief in ihr kollektives Gedächtnis eingeprägt. „Quinctili Vare, legiones redde!“ – „Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück!“ Mit diesem Ausruf der Verzweiflung soll Kaiser Augustus schließlich auf die verheerende Niederlage der Römer im Teutoburger Wald reagiert haben, die im Jahr 9 n. Chr. mit dem Untergang dreier Legionen unter dem Kommando des Quinctilius Varus das Ende der römischen Expansionsbestrebungen im rechtsrheinischen Gebiet Germaniens einleitete.
Was aber wäre geschehen, wenn die Römer erfolgreich gewesen wären? Natürlich lässt sich darüber nur spekulieren: Hätten auch die Germanen unter der Herrschaft der Römer die Vorzüge ihres Dolce Vita zu schätzen gelernt? Oder gäbe es heute auch in der Mitte Deutschlands imposante Zeugnisse römischer Baukunst wie den Pont du Gard im Süden Frankreichs oder die römischen Kaiserbauten von Trier? Die Invasoren jedenfalls mussten sich hinter Rhein und Donau zurückziehen und das eigene Territorium gegen Übergriffe der Germanen schützen. Und zumindest die Überreste ihrer Verteidigungsanlagen zeugen noch heute von der logistischen Perfektion der Römer und sind seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes der Menschheit. Um einen Eindruck von ihnen zu gewinnen, muss man noch nicht einmal weit fahren, denn die Grenze des imperium Romanum verlief ganz in unserer Nähe!

Und so begaben sich am 18. April 2023 die Lateinschüler der 8. Klassen auf die Spuren der Römer in Deutschland und besuchten gemeinsam mit Frau Garlin und Herrn Warzecha das Römermuseum in Osterburken. Die Jugendlichen konnten dort einen lebendigen Eindruck von der Lebenswirklichkeit der Römer in Germanien gewinnen und bei der Arbeit mit archäologischen Zeugnissen auf eine historische Entdeckungsreise gehen. Vielleicht sind damit ja die Grundlagen gelegt, dass sich der eine oder die andere auch künftig auf die Spuren des Troja-Entdeckers Heinrich Schliemann oder des Abenteurers und Schatzsuchers Indiana Jones begibt.  

Text und Bilder: Markus Warzecha

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